Sommer der Superhelden

Hoffnung für all diejenigen, in deren Köpfen „nuklearer Erstschlag“ und „mein Nachbar“ häufig im selben Satz auftauchen. Okay, vielleicht auch nur eine Feuerpause für 50 Minuten, Friedenspfeife rauchen mit Bernd, Ben und Kay. Sommer 2011? Erinnert sich noch jemand?

Gruppensex am Baggersee, Heroin im Supermarkt und Wahlrecht für Hunde. Ein goldenes Zeitalter. Auch, so meinen manche, für den Superhelden-Film. Die fantastischen Drei bekennen sich zu ihrem Elastan Fetisch und blicken zurück auf THOR, CAPTAIN AMERICA, GREEN LANTERN, X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG und den tollen THE GREEN HORNET. Bei Blockbustern gerne an der Grenze zur Dummheit, scheinen die Studios bemüht, bei den Superhelden-Verfilmungen ein paar smarty Regisseure auf den Stuhl zu setzen. Vielleicht, weil das Genre den Siegeszug der Freaks, Geeks und Nerds durch den Mainstream darstellt. Ob das über freundliche Begeisterung auf Comic Conventions hinaus Wirkung zeigt, davon berichten die Flimmerfreunde in ihrem Rückblick auf den SOMMER DER SUPERHELDEN 2011. Die Adrenalinampulle zur Stulle: die Tick, Trick und Track der Podcastwelt tischen auf. Filmverstehen für Geniesser. Nächstes Jahr dann das große Spezial zu THE AVENGERS. Flimmerfreunde – nicht am, sondern der Puls der Zeit.

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Wettrennen zum Südpol

„Just one more drink and then I should be on my way home. I’m not entirely sure what you’re talking about. I’ve had a really nice time but my dogs need to be fed“ Weakerthans, alles richtig gemacht. Und während man in Westeros noch auf den Winter wartet, ist er in der Antarktis schon angekommen.

Die Möglichkeit wird zur Notwendigkeit, die Kamera muss festhalten, sonst bleibt die Kasse leer. Und die läßt sich machen. Die Halbwertszeit der Bilder scheint ungleich länger, auch weil die Reichweite zunächst deutlich kürzer ist. So steht am Ende jeder Reise stets das Kino, im Schnitt zehn Jahre später. Die Rede ist von den drei filmischen Expeditionstagebüchern, SOUTH (SHACKLETONS TODESFAHRT ZUM SÜDPOL), ROALD AMUNDSENS SÜDPOL FILME in der Edition des NFI und ganz wesentlich, THE GREAT WHITE SILENCE von 1924, die Tragödie der Scott Expedition.
Letzterer Film, endlich (2011) vom BFI in viragierter und fabelhaft restaurierter Version auf Blu-ray verlegt, ist magisch. Magisch deshalb, weil in einem Zeitalter, in dem jedes Bild unweigerlich eine Redundanz beinhaltet, hier ein erstes Mal dokumentiert wird. Magisch auch, weil in Pontings geschmackssicherer Fotografie dem viragierten Material und den Graustufen des Schwarz-Weiss eine Märchenwelt entsteht, die mehr Traum als Realität scheint. Von ihrer Realität zeugen die Toten dieser Reisen. Oldschool schlägt Newschool, meint Amundsen Scott und wie dessen vermeintlich fortschrittlichere Maschinen versagt haben, schlägt auch THE GREAT WHITE SILENCE 100 Jahre später jeden 4K 3D Film. Es ist das Beste, was Ihr schauen könnt.
Zum Abschluss unternehmen Bernd, Ben und Kay dann noch einen Abstecher zum Nordpol, im U-Boot und besuchen NANOOK OF THE NORTH. Der Film, der den Polarboom ausgelöst hat, und bis heute unsere Idee vom Eskimo zeigt bzw. begründet. Flaherty hat dabei nie einen Hehl daraus gemacht, dass es Ihm nicht um das Abbilden von Realität, sondern eine gute Geschichte geht. Sozusagen Spielfilm mit den Mitteln eines Dokumentarfilms. Eis im Park und Eis im Player, Sommer gerettet. Und allen, die bei soviel Eiseskälte frieren, sei gesagt: da wo die Nacht am einsamsten ist, unter dem Neon-Himmel der Nachttankstelle, die Bierflasche umarmend, dort sind wir bei Euch, in Eurem Ohr mit der Wärme der drei Herzen. Willkommen zurück Freund, Du hast uns gefehlt.

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Harry Potter

Verlassen worden zu sein, ist ein Schuh, der auch dann drückt, wenn man schon lange nicht mehr allein ist. Wer es nicht glauben mag, Jennifer Aniston + Brad Pitt Google-Suche oder eben Harry Potter lesen, denn verwaist bleibt länger als der Sommer, der ja eh immer nur dann richtig kommt, wenn Hitler in den sechs Monaten zuvor mindestens zwei Spiegelcover bekommen hat.

Korreliert, aber ohne kausalen Zusammenhang. Hingegen klarer Zusammenhang: Volle Kassen bei Warner Brothers, einer ehemaligen Lehrerin, sowie Lego und der Kinostart eines neuen Harry Potter Films. Die globale Universal-Mythenmaschine macht Kasse und zwar mehr als irgendeine andere Filmreihe in diesem Jahrtausend, und möchte man der BBC glauben, auch im letzten. Harry Potter, das ist die Coca Cola der Filmwelt, plus Tony Blair, erste Legislaturperiode. Und das ist wirklich sehr ansehnlich, finden die Flimmerfreunde, Bernd, Ben und Kay und bringen in einem einstündigen Verbal-Ausdruckstanz mal wieder mehr oder weniger auf den Punkt als der ganze Rest der deutschsprachigen Podcastwelt. Um es mit Groucho Marx zu sagen, außerhalb des Hundes, ist das Buch der beste Freund des Menschen, innerhalb des Hundes ist es zu dunkel zum Lesen.

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Ahoi Piraten!

Ahoj. Vodka-Ahoj. Die Flimmerfreunde mögen nicht mit Trinkspielen für Eure nächste Party aushelfen, sind sich aber vergleichsweise sicher, echte Piraten trinken Rum. Eben darum zählen am Ende des Tages nur zwei Fragen, sind alle Beteiligten nackt, sitzt die Regierung noch im Sattel und der unbeirrbare Glaube an den Kausalzusammenhang zwischen beiden Angelegenheiten.

Jungfräuliche Jäger vor der Küste Afrikas setzen derweil freie Handelswege durch wie die FDP Lobbyinteressen und im grossen Strom des Lebens, läßt sich das tägliche Rinnsal nicht selten verkurzweilen, durch eine romantisierte Version jener, die da Jäger und gejagte zugleich sind. Deswegen, flussaufwärts, zu den Quellen, Bernd, Ben und Kay über Wellen und was davon übrig blieb, eine kurze, scheinbar willkürliche Geschichte des Piratenfilms. Und ja, Ihr braucht THE BLACK PIRATE in Technicolor, braucht, braucht, braucht. Enter the Drachenboot.

Filme:
THE SEA HAWK (1924)

THE BLACK PIRATE (1926)

CAPTAIN BLOOD (1935)
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THE SEA HAWK (1940)
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THE CRIMSON PIRATE (1952)
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PIRATES (1986)
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CUTTHROAT ISLAND (1995)
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PIRATES OF THE CARIBBEAN (2003)
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PIRATES OF THE CARIBBEAN 2 (2006)
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PIRATES OF THE CARIBBEAN 3 (2007)
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PIRATES OF THE CARIBBEAN 4 (2011)
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Weisser Abschaum in der Stadt

Was zieh ich an? Was koch ich dem Mann? So etwa der Stand der Feminimus-Debatte 2011 in Deutschland, jedenfalls nach 15 Minuten Zapping durch aktuelle TV Formate, wahlweise auch, was zieh ich aus. Das ist arm, zweifelsohne, wenn auch auch nicht so arm wie die Protagonistin in Debra Graniks Langefilmdebut, DOWN TO THE BONE.

Materielle Armut, ein Kind, ein Witz von einem Mann, ein Job an der Supermarktkasse und ein solides Kokainproblem. Da hat man schnell die Nase voll, Wortspiel beabsichtigt. Bernd, Ben und Kay aka die Flimmerfreunde auf ihrem Ausflug in die Städte und Vorstädte, in denen die Nachgeborenen des Lumpenproletariats hausen und im angeregten Gespräch über diejenigen, die versuchen ihnen zu entfliehen. Wo bleibt denn da die gute Laune? Eben, auf der Strecke. Und die ist verdammt lang, alle Interkontinentalflieger da draußen wissen wovon wir reden: White Trash global, Australien, ANIMAL KINGDOM, England, FISH TANK und natürlich die USA, THE TOWN. Flight 27, Flimmerfreunde to Deine Mutter, now boarding. Ein Gruss an die Familie.

Filme:
DOWN TO THE BONE
FISH TANK
ANIMAL KINGDOM
THE TOWN

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