Sons of Anarchy

Was der Kapitalist nicht versteht: Nur wer teilt macht Gewinn, nämlich 2×2 Karten für ZEHN JAHRE GRAND HOTEL VAN CLEEF, am 26.08. Trabrennbahn Hamburg. Mit dabei KETTCAR, THEES UHLMANN & BAND, TOMTE, HANSEN BAND und die KILLIANS, durch den Abend führt niemand geringerer als Euer persönlicher Lieblingsgastgeber BERND BEGEMANN. LIKEN + TEILEN und damit womöglich zwei Karten gewinnen. Facebook. Easy. Anders als bei den Stones 1969 stehen da nicht Hells Angels im Graben, der Motorradclub Marcus Wiebuschs Vertrauens heißt SONS OF ANARCHY. Seit vier Staffeln, nicht vor der Bühne, aber nach der Show im Nightliner. Talkin about geschmackssicher, Lieblingsband, trifft Lieblingsserie, trifft Lieblingspodcast, für manch einen gehen hier gleich drei Wünsche auf einmal in Erfüllung. Die Flimmerfreunde jedenfalls freuen sich sehr den Kettcar Sänger als Gaststar begrüssen zu dürfen. SONS OF ANARCHY von der foxschen Testosteronfarm FX hat eine Menge am Laufen, Motorräder, Männer, Mädchen, Gangs und Schusswaffen, aber auch Charaktere mit mehr Redebedarf als Tony Soprano beim Therapeuten und mehr Intrigen als GZSZ. HBO, AMC und auch FX, die Schlagzahl mit der die drei US Kabelsender Qualitätsserien raushauen macht einen sprachlos und oft genug auch schlaflos. Bernd, Ben und Kay klären zusammen mit Marcus Wiebusch, ob die Extrawoche Motorradurlaub lohnt. FLIMMERFREUNDE, der Podcast für ein besseres Leben der Hausfrau am Ende der Strasse.


The Dark Knight Rises

Und aus den Boxen Hüsker Düs „New Day Rising“: Wie schön das gewesen ist, als auf einmal alles vorbei gewesen ist und die Fahnen überall verschwunden, man wieder atmen konnte. So fragil, bitte nicht zerbrechen.

Haben ja alle überall so laut geschrien, ihren Scheiss zu verkaufen, neu angemalt und jeder stolz in seinem Shirt und danach gerne auch ohne, unendlich unangenehm. Nun endlich wieder reden und/über Regen. Und dann, da an der Ampel an der Kreuzung mit dem grossen Supermarkt, durch die regennasse Windschutzscheibe an der Litfaßsäule, ein Versprechen. Ein Versprechen, welches genauso japanische SUV, finnische Mobiltelefone und globale Engery Drinks verkaufen muss und eines, das vom Ende des Glücks kündet, zwingende Voraussetzung eines jeden Sequels. Christopher Nolans Batman kehrt zurück und mit ihm die Flimmerfreunde. Gedreht auf 65mm Negativ-Film, in 2D erscheint Nolans dritter Batman Film wie ein Anachronismus, und auch sonst hat der Film wenig gemein mit dem durchschnittlichen 20 Minuten Prämisse + 100 Geballer Superheldenfilm des Sommers. Nolans Film ist ansatzweise komplex und ambivalent, hat auf ganzer Länge mehr zu tun mit DOCTOR ZHIVAGO als anderen phrasendreschenden Rächern. Bernd, Ben und Kay über Christopher Nolans Batman Filme und insbesondere den dritten, letzten THE DARK KNIGHT RISES.

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Joss Whedon

Ein Hoch auf den Geschlechtsverkehr und die Filme und Serien, die den Weg dorthin erleichtern. BUFFY und das BH-Träger Trinkspiel etwa. Die Leute sagen, Sex sells und manche sagen, Whedon sells, aber die Umstände nicht immer. ANGEL, das Spin-Off, erfolgreich, FIREFLY im Sendeplatz-Schiebespiel von Fox beerdigt, von der Netzgemeinde schon vor dem frühen Ableben heilig gesprochen, nur um dann im Kinofilm SERENITY Wiederauferstehung zu feiern.

Gastspiele bei THE OFFICE, DOLLHOUSE oder GLEE, nicht zu vergessen, DR. HORRIBLE’S SING ALONG BLOG, ein weiteres Whedon Kind. Alles angenehm angefüllt mit popkulturellen Referenzen, nicht selten Superhelden-Comics. Scheint also schlüssig und dem Vorab-Hype zuträglich, den Mann in den Regiestuhl für Marvels, nach den Einzelwettkämpfen, die Staffel, THE AVENGERS zu setzen. Der sieht im letzten Drittel aus wie ein überlanges Musikvideo zum sympathischen Riccoraw Sommerhit BULLENWAGEN KLAUN UND DIE INNENSTADT DEMOLIEREN und hat in den ersten beiden – in Ermangelung des Versuchs, ernsthaft irgendwas zu erzählen – immerhin ein paar „ganz-okay-Whedon -Sprüche“. So läßt sich der Quatsch dann auch auf Autos, Happy-Meal-Toys, Kreditkarten oder auch das H&M-Shirt Deines kleinen Bruders drucken. Whedon derweil, geht hin, wo Branagh vor THOR herkam, zu Shakespeare. MUCH ADO ABOUT NOTHING. Viel Lärm um Nichts aka THE AVENGERS.

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Genrekino aus Deutschland

„Deutschland muss sterben, damit wir leben können,“ ist von Slime und schmeckt nach Bier, könnte aber auch genauso gut vom Verband Deutscher Genrefilmer kommen, wenn es ihn denn gäbe. Dabei hat das europäische Genrekino durchaus eine ruhmreiche Tradition – klar, Italien und Frankreich, aber eben auch Deutschland, und sei es nur in Form europäischer Co-Produktionen. Filme wie ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN oder BLUTIGER FREITAG sind jedenfalls ein eindrucksvoller Beweis, es ging auch mal anders. Heute hingegen, Komödien, die tragenden Säulen vieler nationaler Filmwirtschaften, von Industrie mag man kaum reden. Und man wundert sich, ob man lachen oder weinen soll.

Deutsches Genre 2012, ein Lichtspielhaus am Ende des Tunnels? Bernd, Ben und Kay auf Heimaturlaub und doch mitten an der Front. Und dennoch Licht auf der Leinwand, IM SCHATTEN, Berliner Schule trifft VIER IM ROTEN KREIS und macht es rund. Richtig rund. DER RÄUBER und der Beweis, Sport ist Mord. Urbaner und postapokalyptischer Horror, RAMMBOCK: BERLIN UNDEAD und höllisch in HELL. Und thronend über allem Dominik Grafs Serienmeisterwerk IM ANGESICHT DES VERBRECHENS. Letztes Jahr gefolgt von dem tollen Versuch DREILEBEN. „Made in Germany“, 2012 ein Qualitätssiegel? Mindestens wenn es um Podcast geht, und der dann auch noch Flimmerfreunde heißt. Da können sich alle anderen direkt mal ficken gehen.

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Drive

„Auf der Strasse tobt der Regen, in seinem Wagen die Musik, er fährt noch einmal durch die Gegend, in der sein Herz begraben liegt.“ Ein Auto, ein Lied und die Nacht. In Kombination, manchmal der einzige, größte Trost, den das Leben zu bieten hat. Zwar regnet es nie in Südkalifornien und daher auch nicht in Nicolas Winding Refns Film DRIVE, aber das Empfinden scheint gleich. Ob im grandiosen Sountrack mit Italiens Do it Better Inkarnationen und Cliff Martinez oder der herausragend guten Fotografie von Newton Thomas Sigel, der Film stellt seine Geschmackssicherheit und Coolness aus. Von der Skorpion Jacke, zum Auto des Drivers, funktioniert der Film auch als Referenz. Kenneth Anger, klar und 1967: POINT BLANK, BRANDED TO KILL, C`ERA UNA VOLTA IL WEST und allen voran Melvilles LE SAMOURAI. Ryan Goslings Charakter mit den Steve McQueen Manierismen erscheint bisweilen wie ein Amalgat dieser Filme. Trotzdem oder gerade deshalbt, erscheint DRIVE ein eigenständiger, wundervoller Film. Vielleicht der beste des letzten Jahres.

DRIVE ANGRY, eine Filmgewordene Allmachtsphantasie mit Autos, Frauen und Gewalt und Zerstörung, eine Menge davon. Film gesehen, Spass gehabt. DRIVE ANGRY ist B-Kino der 70er mit den Mitteln eines Hollywood A-Films und in 3D. DRIVE ANGRY und Ruggero Deodatos SHOOT FIRST, DIE LATER = das perfekte Double Feature. Weniger Spass bereitet das Sterben in SENNA, einem Dokumentarfilm über das Leben des tragisch verunglückten Formel 1 Piloten. Das Drama der Person Senna und das Drama des Rennsports aus unmittelbarer Nähe. Aus einer Zeit vor der Mixed Zone, als aller Schmutz und alle Emotionen sich direkt vor den Augen und Optiken der Kamerateams zugetragen haben. Man mag kaum glauben, was man sieht. Dritte, unbedingte Empfehlung. Bleibt die Frage: Haben wir es noch in uns und falls ja, wieviel und wenn es noch drin steckt, ist es dann Krebs? Oreo-Replikate und Cola Zero, genau was der Doktor verschrieben hat. Text beginnt mit Zitat, Text endet mit Zitat, beinah: „Put your hands on the wheel. Let the golden age begin. The window down, feel the moonlight on your skin. Let the desert wind cool your aching head, let the weight of the world drift away instead.“ Paßt auf Euch auf.

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